Greenpeace goes Community
Eine schöne Nachricht für den Fortschritt der Web 2.0-Entwicklung von NPOs: Greenpeace launcht mit GreenAction nicht nur eine Community (Beta), sondern wagt den umfassenden strategischen Schritt zum Open Campaigning. Nicht, dass Greenpeace zuvor keine Berührungen mit Web 2.0 hatte – ein eigener rege gefütterter YouTube-Kanal,… doch als Strategie wollte Kampagnen-Geschäftsführer Roland Hipp dies nicht sehen. Umso mehr wird der neue Auftritt von Greenpeace hoffentlich Zeichen setzen für die Zukunft von Nonprofit 2.0: Eine Gesamtstrategie aus Community, Blog, Twitter und der nötigen Philosophie, nämlich der des Open Campaigning mit der Integration der Nutzer in die Planung und Umsetzung der Kampagnen bilden einen vollkommen neuen Standard und bedeuten einen ungeheuren Wettbewerbsvorteil. Engagierte Menschen, die für sich und ihre Umwelt etwas tun wollen, können nunmehr nicht nur spenden, vor Ort persönlich Hand anlegen und gestartete Kampagnen unterstützen – sie können sich darüber hinaus auch an der Entwicklung der Strategien beteiligen, was bislang zumindest in Deutschland noch ohne Beispiel ist. Das Präsentations-Video von der next09 ist jedenfalls vielversprechend.
Was das für die Gesamtausrichtung von Greenpeace bedeutet, wird zu beobachten sein. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass sich die erweiterten Beteiligungsformen auf Kampagnen beschränken lässt. In dem Blog, über Twitter und vor allem in der Community wird Greenpeace als Organisation mit all seinen Stärken und Schwächen diskutiert werden. Damit kompetent und Nutzerfreundlich umzugehen wird die eigentliche Herausforderung sein – und die Chance, sich als starke, transparente Organisation darzustellen.
Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen und freue mich über diese positive Entwicklung im Nonprofit-Bereich!
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Erste Wiki-Erfahrungen
Ein Intranet auf Wiki-Basis – für geschlossene Netzwerke im Nonprofit-Bereich: Ich hoffe, das Modell ist erfolgreich und macht Schule. Mein Lieblingskapitel ist derzeit das erste: Grassroots is best. Nachdem die (möglichen) technischen Anforderungen von Foswiki grundsätzlich meinen Vorstellungen einer Intranet-Software entsprechen und die Grundfunktionen zur Verfügung stehen, ist die alltägliche Arbeit damit angenehm. Mit den Plugins gibt es derzeit allerdings noch Probleme: Das CalendarPlugin beispielsweise wurde noch nicht fehlerfrei von der Vorgängersoftware TWiki adaptiert, so dass es derzeit noch nicht zur Verfügung steht. Das ist enttäuschend, da gerade die Plugins als das herausragende Merkmal von Foswiki gelten sollen.
Stewart Mader sagt absolut überzeugend, dass die Entwicklung eines Wiki unbedingt von der Basis ausgehen muss. Der Nutzer nimmt das Wiki dann an, wenn es auf möglichst freiwilliger Basis, als Angebot, zur Verfügung steht – ohne Druck, dieses nutzen zu müssen. Wenn es anstrengend ist, das Wiki zu nutzen oder wenn restriktive Regeln den Nutzer behindern, werden diese sobald möglich aufhören, es zu nutzen. Sollten die Nutzer aber anfangen, das Wiki zu mögen und sollten sie spüren, dass es ihre Arbeit verbessert, werden sie aktiv.
Das sehe ich ebenso und hoffe natürlich, dass es auch in der Praxis so ankommt, wenn das Wiki als Angebot und Einladung zur Verfügung steht. Menschen entwickeln ihr eigenes Potential nur, wenn sie Raum dazu haben. Social Media stellt Raum zur Verfügung – Raum, der von Einzelnen und Gruppen genutzt werden kann. So sollen Wikis – ob geschützt oder offen – Gruppen Raum geben, sich zu entfalten und sich als Gruppe zu entwickeln. Eine Gruppe, die über Wissensmanagement verfügt, entwickelt einen inhaltlichen und sozialen Kern, der das Nachhaltigkeitspotential enorm erhöht.
Zum nächsten Kapitel Wiki vs. Email könnte ich jetzt schon einiges sagen, aber das verschiebe ich aufs nächste Mal. Allerdings glaube ich nicht, dass ich jeden Tag zu jedem Kapitel etwas beisteuern kann, ichh möchte die Ansätze schließlich zunächst am lebendigen Objekt, sprich Netzwerk, ausprobieren.
Enterprise 2.0
In der Diskussion um Web 2.0 gewinne ich in der Blogosphäre zunehmend den Eindruck von polarisierenden Sichtweisen, die jede auf ihre Art den Blick für die Realität verlieren. Auf der einen Seite wird übereuphorisch von der Entwicklung der Menschheit zu kollaborativen Massenindividuen und e-nomadisierenden vernetzten e-Tribes gepredigt mit dem Hinweis, Unternehmen müssten nur auf jeden neuen Zug aufspringen. Bottom-up, Top-Down – egal: alles funktioniert, solange Kunden und/oder Nutzer nur integriert sind. Es gibt jetzt sogar Studien, die das belegen. Auf der anderen Seite knöchern anmutende Strukturen, die ihr eigenes durch Web 2.0-Strategien ausschöpfbares Potential nicht erkennen – oder die sich prinzipiell neuen Entwicklungen und vor allem neuen Denkweisen nicht stellen möchten. Dazwischen wuseln die technischen Antreiber des neuen Denkens, die Entwickler herum und präsentieren in Rekordzeiten völlig neue und absolut überzeugenden Neuerungen, die zuvor Erhofftes ermöglichen. Doch entstehen, entwickeln und vergehen viele dieser Optionen scheinbar unberechenbar und rasend schnell, dass Außenstehende Mühe haben, sich einigermaßen auf dem aktuellen Stand – und somit Bewertungsvermögen – zu halten. Diese Unkenntnis und Unaufgeklärtheit in Bezug auf Einzelzusammenhänge gilt es auszugleichen. Nicht jedoch im Sinne von noch mehr lernen, sondern in der Betrachtung der Gesamtzusammenhänge. Hier ist die Wissenschaft meiner Meinung nach den Diskussionen in der Blogosphäre, die sich zurzeit mehr mit der Auseinandersetzung mit dem Neuen als mit der Gestaltung eines Gesamtbildes befasst, weit voraus. Beispielhaft sei auf die Arbeit der FAZIT-Forschung der MFG-Stiftung Baden-Württemberg verwiesen, die Wissenschaftlichkeit, Realisierung in der Wirtschaft und spürbare Begeisterung für Open Innovation und Enterprise 2.0 miteinander vereinbaren.
Open Innovation an Hochschulen
Nichts für die Diplomarbeit, aber dennoch passend zum Thema: Ein Artikel auf Innovation.net über die Notwendigkeit für Hochschulen, universitär-industrielle Kooperationen voranzutreiben und langfristige Beziehungen zu begründen. Gut gelungen ist die grafische Darstellung des “Partnership Continuum”, welches grundsätzlich Stufen der Netzwerkbildung verdeutlicht. Das Engagement von Partnern wird demnach in 5 Phasen eingeteilt, von traditionellem bis zu ganzheitlichem Engagement, gemessen wird zusätzlich der Grad des Engagements:
- Awareness (Partner mit Bewusstsein für die Hochschule – Partner im Bewusstsein der Hochschule)
- Involvement (Einbindung des Partners)
- Support (Unterstützender Partner)
- Sponsorship
- Strategic Partner
Die Einteilung ist sehr übersichtlich und gibt einen Eindruck von der langfristigen, strategischen Ausrichtung der Netzwerkpflege. Allerdings ist Open Innovation hier nur angeschnitten: “…art of a larger economic ecosystem, which works best if the partnerships are open, collaborative and organized around win-win principles.” Strategien, wie dies zu erreichen ist, werden in keiner Weise angesprochen. Zudem sollte das Engagement von Partnern meiner Meinung nach besser in einer Art Partner-Lebenszyklus dargestellt werden. Angesichts der dynamischen Entwicklungen im universitären Umfeld ist eine Hinführung von Partnern in eine feste Partnerschafts-Sackgasse utopisch.
