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Greenpeace goes Community

Eine schöne Nachricht für den Fortschritt der Web 2.0-Entwicklung von NPOs: Greenpeace launcht mit GreenAction nicht nur eine Community (Beta), sondern wagt den umfassenden strategischen Schritt zum Open Campaigning. Nicht, dass Greenpeace zuvor keine Berührungen mit Web 2.0 hatte – ein eigener rege gefütterter YouTube-Kanal,… doch als Strategie wollte Kampagnen-Geschäftsführer Roland Hipp dies nicht sehen. Umso mehr wird der neue Auftritt von Greenpeace hoffentlich Zeichen setzen für die Zukunft von Nonprofit 2.0: Eine Gesamtstrategie aus Community, Blog, Twitter und der nötigen Philosophie, nämlich der des Open Campaigning mit der Integration der Nutzer in die Planung und Umsetzung der Kampagnen bilden einen vollkommen neuen Standard und bedeuten einen ungeheuren Wettbewerbsvorteil. Engagierte Menschen, die für sich und ihre Umwelt etwas tun wollen, können nunmehr nicht nur spenden, vor Ort persönlich Hand anlegen und gestartete Kampagnen unterstützen – sie können sich darüber hinaus auch an der Entwicklung der Strategien beteiligen, was bislang zumindest in Deutschland noch ohne Beispiel ist. Das Präsentations-Video von der next09 ist jedenfalls vielversprechend.

Was das für die Gesamtausrichtung von Greenpeace bedeutet, wird zu beobachten sein. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass sich die erweiterten Beteiligungsformen auf Kampagnen beschränken lässt. In dem Blog, über Twitter und vor allem in der Community wird Greenpeace als Organisation mit all seinen Stärken und Schwächen diskutiert werden. Damit kompetent und Nutzerfreundlich umzugehen wird die eigentliche Herausforderung sein – und die Chance, sich als starke, transparente Organisation darzustellen.

Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen und freue mich über diese positive Entwicklung im Nonprofit-Bereich!

Mai 29, 2009 Verfasst von bresgun | NPO, Open Innovation | , , , , , | Noch keine Kommentare

Community Day 2009 in München

Community Day? In München fand heute fast unbemerkt von der Netzöffentlichkeit eine sehr gute, wenn nicht wegweisende Veranstaltung statt. Auf Einladung von Alexander Homeyer (Inhaber von Youngcom!) fanden sich Marc Bürger (Senior Online Product-Manager beim Egmont Ehapa Verlag), Matthias Kröner (Vorstand der Fidor AG und emotionaler Verfechter des Banking 2.0), Dr. Benedikt Köhler (einer meiner Lieblingsblogger und Director Digital Strategy & Research bei ethority) Dr. Clemens Riedl (schnellsprechbegabter Geschäftsführer der StudiVZ Ltd.) sowie Mario Ripanti (Geschäftsführer der ekaabo GmbH, konnte ich leider nicht mehr mitbekommen) in München ein, um über Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Communities zu diskutieren.

community_day
Marc Bürger stellte die beeindruckend erfolgreichen Communities Micky-Maus.de (85.000 unique visitors, 2 Mio page impressions) sowie die Madchen-Community goSupermodel.de (270.000 unique visitors, 48 Mio page impressions) vor. Beide Communities basieren natürlich auf bestehendem Inhalt, bieten aber den jungen Nutzern zahlreichen Mehrwert wie Spiele, Vorschauen, umfangreiche Profilfunktionen etc. In beiden Fällen spielen Rankings eine große Rolle, durch erfolgreiche Aktivitäten können die Nutzer exklusive Auszeichnungen gewinnen und so ihr Profil sichtbar aufwerten. Bei goSupermodel.de gibt es zudem sogenannte Starprofile – diese können von den Nutzerinnen, aber auch von exklusiven Werbepartnern für eine von Ehapa betreute Kampagne angelegt und im Markenclub präsentiert werden.
Als „Der Einfluss von Social Media auf Finanzdienstleistungen“ auf dem Programm stand, wollte ich eigentlich in die Pause flüchten – zum Glück bin ich sitzen geblieben, denn was Matthias Kröner zu Banking 2.0 zu sagen hatte – und vor allem, wie – war jede Minute wert! Sein Vortrag war eine Abrechnung mit dem alten Finanzwesen, mit der Intransparenz und der zum Teil vollkommenen Beziehungslosigkeit des Großteils der Banker zum Kunden. Mehr noch prangerte er deren Morallosigkeit auch und gerade nach dem Finanzcrash an: Mitschwimmer beklagen und bejammern, was im Vorfeld alles falsch gelaufen sei und machen nun einfach weiter wie zuvor. Als Antwort darauf haben er und seine Mitstreiter nun das Banking 2.0 begründet: „Banking mit Freunden“. Was pathetisch und selbstbeweihräuchernd klingt, brachte Matthias Kröner in seiner packenden Grundsatzrede für €nterprise 2.0 authentisch rüber: Transparente Organisationsentwicklung, der Kunde verdient am Geschäft mit, die Bank wird so wirklich zu ’seiner’ Bank. Ein schönes Zitat von ihm: „Moral, Ethik und Kultur kann man nicht outsourcen!“ Die Organisation muss dies leben und umsetzen, statt bloß auch was mit Web 2.0 anzubieten, weil das grad alle so machen. Dies geschieht beim Fidor Community Banking mit Hilfe von durch Nutzer mitgestaltete monetäre Anreizsysteme.
Benedikt Köhler griff den Kulturbegriff gleich auf und sprach von einer Unternehmenskulturrevolution, die aufgrund der erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten nicht mehr abzuwenden ist. Wenngleich, wie er betonte, das zugrunde liegende Sozialverhalten tief in der Geschichte des Menschen als soziales Wesen verwurzelt ist. Vor diesem Hintergrund kommt Twitter eine außergewöhnliche Bedeutung als einfach zu bedienendes globales Vernetzungs- und Verweistool zu. In Verweisen auf Seth Godin stellte Benedikt Köhler Twitter als das universale Instrument zur Vernetzung der ‘Stämme’ dar, wie sich die Gruppenstruktur der Internetnutzer laut Godin darstellt. Auf die Slides seiner Präsentation freue ich mich jetzt schon.
Die Erfolgsgeschichte von StudiVZ ist hinlänglich bekannt. Die Power und das Selbstbewusstsein aber direkt von Clemens Riedl dargestellt zu bekommen, war mir allerdings eine große Freude. Wenngleich ich nicht ganz unkritisch den Umgang der VZler mit Datenschutzbestimmungen sehe, bin ich nach dem Vortrag schon mit dem stolzen Gefühl zurückgeblieben, dass wir in uns Deutschland als wie er sagte, ‘kleines gallisches Dorf erfolgreich gegen die marktdominierende übermacht’ aus übersee wehren. Nun muss ich gestehen, dass ich bislang noch kein Account habe, dies aber bei meinVZ (Netzwerk für Alumni und Young Professionals) bald nachhole, versprochen! Ausschlaggebend für den Erfolg von StudiVZ ist laut Clemens Riedl, das die Community für die Nutzer zur Lebens-Organisations-Software geworden ist, Kommunikaion erfolgt von vielen Nutzern ausschließlich über dieses Medium. Dazu passt das neue Projekt zur Europa- und Bundestagswahl: Nutzer sollen zur politischen Teilhabe motiviert werden und wählen gehen! Dazu startet StudiVZ derzeit eine große Kampagne mit starken TV- und Printmedienpartnern, die Kandidaten der Parteien haben größtenteils bereits eigene Profile auf StudiVZ angelegt und stellen sich dort ihrem Wahlvolk. Sehr beeidruckend vor allem vor dem Hintergrund, dass die fehlende Motivation zur gesellschaftlichen Teilhabe durch die Parteien auf dem Nationalen Forum für Engagement und Partizipation (vgl. mein Post dazu) angemahnt wurde. Hier geschieht über eine kommerzielle Vernetzungsplattform also eine spürbare Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft – spannend!
Das war eine etwas ausufernde Nachbetrachtung des ersten Community Days – aber die Referenten waren es wert!
Schließen möchte ich mit einem weiteren schönen Zitat von Matthias Kröner: „Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis: er muss sich immer merken, wem er was gesagt hat. Deshalb wollen wir eine offene und ehrliche Kommunikation pflegen.“ Hallelujah!

Mai 28, 2009 Verfasst von bresgun | Community Management, Soziale Netzwerke, Web 2.0 | , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Community-Studie: Selbstrepräsentation von Studierenden in studiVZ

Auf Mediaculture-online wurde aktuell eine Studie zum Nutzungsverhalten von studiVZ veröffentlicht. Schwerpunkt der Studie unter 1.200 Befragten sind die Selbstrepräsentation und die Qualität der Kommunikation und Vernetzung der Nutzer. Auffällig ist, dass nach der Studie in deutlicher Mehrheit (72%) Frauen das Netzwerk nutzen. Zumindest in dieser Höhe ist das überraschend. Wichtigste Funktion ist nach der Studie die Möglichkeit, mit Freunden zu kommunizieren. Das Erweitern des eigenen Netzwerks mit neuen Freunden steht deutlich im Hintergrund, eher wird noch das Auffinden und Wieder-Vernetzen mit alten Bekannten genannt. Die Vernetzungsgruppen sind pro Nutzer recht groß: Durchschnittlich 65 % der befragten Nutzer besitzen zwischen 21 und 100 „Freunde“ im Portal. Interessant ist der Versuch, zwischen „echten Freunden“ und weiteren Kontakten zu unterscheiden. Allerdings wird nicht deutlich, wie „echte Freunde“ definiert sind, z.B. im Unterschied zu „Kommolitonen“.

Für das Community-Management interessant ist sicher der Weg, über den neue Freunde innerhalb von studiVZ gewonnen werden. Hier sind nach den häufigsten Nennungen aufgeführt: Über (bestehende) Freunde – über Gruppen – über Seminar-Personen – über Suchfunktionen. Die Vernetzung mit gewonnenen Freunden führen 24% der befragten Nutzer auch im „echten“ Leben fort. Dies geschieht in der Regel über persönliche Treffen. Der fortgeführte Kontakt per Telefon oder über Gruppentreffen wird eher selten gepflegt.

Interessante Hinweise zur Nutzung bestehender Funktionen von studiVZ zur Kommunikation, zur Profilbildung, zur Erkundung fremder Profile sowie die eingesetzten Fragebögen selbst runden die interessante Studie ab, die für alle, die sich mit Community Management beschäftigen, zu empfehlen ist.

April 21, 2009 Verfasst von bresgun | Community Management, Soziale Netzwerke | , , , , , | 1 Kommentar

NPO- Blogparade Nr. 7: Gibt es eine eigene Web 2.0-Marketingstrategie für Nonprofit-Organisationen?

Seit ich mich mit Marketing beschäftige und insbesondere seitdem ich mit der Philosophie des Web 2.0 in Berührung gekommen bin beschäftigt mich unter anderem die Frage, ob sich Unterschiede zwischen Konzeption und Umsetzung von Web 2.0-Marketingstrategien bei Nonprofit-Organisationen und profitorientierten Unternehmen ergeben. Bereits vorweg meine Einschätzung: In der grundsätzlichen Struktur ergeben sich keine Unterschiede, so dass NPOs von erfolgreichen Marketing-Modellen aus der Wirtschaft unbedingt lernen sollten. Allerdings gibt es durch die unterschiedliche Zielausrichtung andere Bedingungen, die besondere Chancen für Nonprofit-Organisationen eröffnen können. Die Annäherung im Marketingdenken von Nonprofit-Organisationen zu dem von Wirtschaftsunternehmen ist absolut notwendig. Gerade durch die Entwicklungen des Internets in Richtung Web 2.0 bietet sich eine Chance, dies verhältnismäßig kostengünstig umzusetzen.

Allgemeine Strategieempfehlungen trotz Heterogenität des NPO-Sektors

Empfehlungen für Web 2.0-Strategien für Nonprofit-Organisationen oder auf Erfahrung beruhende Erkenntnisse über erfolgreiche Web 2.0-Strategien für NPOs setzen voraus, dass es eine gewisse Einheitlichkeit oder Eigenheit des Nonprofit-Bereichs gegenüber Wirtschaftsunternehmen gibt, welche eine eigene Diskussion über das Thema Web 2.0 für NPOs überhaupt möglich macht. Die unterschiedlichen Organisationsformen, Zielausrichtungen, Zielgruppenorientierungen und Branchenbedingungen innerhalb des Nonprofit-Bereichs lässt mich daran allerdings größtenteils zweifeln. In so mancher Branche wird ein Großteil der Zielgruppe über das Internet überhaupt nicht erreicht. Ich selbst arbeite bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg und berate freie und öffentlich Träger in Netzwerken der Jugendbildung, die ohne vielfältige digitale Vernetzungs- und Darstellungsformen überhaupt nicht denkbar wären, sich andererseits recht vorsichtig dem Thema Web 2.0 zuwenden. Andere Organisationen wie Terre des Hommes, WWF oder Greenpeace arbeiten mit globalen Online-Kampagnen, die für die meisten kleineren NPOs undenkbar wären. Viele NPOs stehen mit einer zahlenmäßig kleinen Zielgruppe und mit wenigen Stakeholdern in intensiver Beziehung, während zum Beispiel Greenpeace Schweiz eine sehr große Zielgruppe anspricht und mit Lovepeace eine sehr gelungene und ausgefallene Umsetzung eines Community-Konzeptes gelungen ist, während sich beispielsweise Amnesty International mit der Verbreitung von Kampagnen-Videos via YouTube befasst. Fundraising ist für viele NPOs von Bedeutung und zum Teil überlebenswichtig, sei es über Spenderakquise, Freundes- und Fördererkreise, Online-Marketing, Direct Marketing oder individuelle Lösungen – mit oder ohne Internetunterstützung. Diese unstrukturierte Aufzählung, die beliebig fortzusetzen wäre, verdeutlicht die Heterogenität, die sich bei der Betrachtung des NPO-Begriffs ergibt und stellt mich vor die Frage, ob es überhaupt eine Gemeinsamkeit in Bezug auf Web 2.0-Strategien gibt, die eine gemeinsame Betrachtung des NPO-Bereichs im Gegensatz zu dem gewinnerzielender Unternehmen als sinnvoll erkennen lässt. Oder muss doch vielmehr bei der Erarbeitung einer Web 2.0-Strategie die individuelle Organisation mit ihren Zielen, Stärken, Schwächen und besonderen Merkmalen betrachtet werden? Ist es sinnvoller, im NPO-Bereich nach good-practice-Beispielen zu suchen – oder Anleihen bei erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen zu nehmen? Wie in der Einleitung bereits angekündigt ist meine Meinung eindeutig: Da Wirtschaftsunternehmen in Bezug auf Web 2.0 doch eindeutig die Nase vorn zu haben scheinen, kann in der Regel derzeit am besten von diesen gelernt werden.

Wirtschaftsunternehmen sind die besseren Zuhörer

Ich sehe, dass viele Wirtschaftsunternehmen über ihre Web 2.0-Strategien mit Motivatoren für ihre Kunden arbeiten, die eigentlich dem NPO-Bereich zuzuordnen wären: Partizipation im Bereich Forschung und Entwicklung über Open Innovation, Einflussnahme in die Unternehmenspolitik hinein und Integration von Kunden in den Erstellungsprozess von Produkten, wie dies bei Mass Customization der Fall ist. Hervorragend dargestellt und entsprechend gewürdigt werden besonders herausragende Beispiele über die Groundswell Awards. Besonders berührt hat mich das ausgezeichnete Beispiel von Mattel: Das Unternehmen hatte in 2007 wegen eines weltbekannten Skandals über aus China importiertes Spielzeug, das mit giftiger Farbe belastet war und für Kinder ein Gesundheitsrisiko darstellte, zu kämpfen. Mit Hilfe einer kurz zuvor gegründeten Corporate Community aus 500 Müttern von Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren gelang es, in dieser Krisensituation die Verkaufszahlen im Verhältnis zu denen des Vorjahres um 6% zu steigern. Die Unternehmensführung korrespondierte in der Hauptzeit der Krise nahezu täglich mit der Community, um diese Transparent über die Anstrengungen im Umgang mit dem Skandal zu informieren und um Rückmeldungen und Strategieempfehlungen aus dieser zu erhalten. Die den Erfolg bringende Strategie war das Zuhören! Nicht im Sinne klassischer Kundenanalysen, um die Produkteigenschaften möglichst nahe an die Kundenerwartungen anzupassen – sondern im Ganzheitlichen, unternehmensstrategischen Sinn. Was mich am meisten an diesem Beispiel berührt hat war nicht die Tatsache, dass Mattel tatsächlich in ihrer Krise auf eine verhältnismäßig kleine Gruppe von nichtprofessionellen Kunden gehört hat, sondern dass wir im Nonprofit-Bereich eine solche Einstellung zum Zuhören gegenüber unseren Kunden, Partnern, Stakeholdern etc. vermissen lassen, wie sonst ist zu erklären, dass die vorhandenen technischen Möglichkeiten, wie diese das Web 2.0 in Form von Communities, Blogs, Twitter, Wikis etc. bietet, nicht oder nur wenig genutzt werden? Josh Bernoff berichtet in dem Groundswell-Blog, dass die meisten seiner (US-amerikanischen) Kunden aus der Hightech-Branche kommen, einige aus den Bereichen Medien und Finanzdienstleistungen, neuerdings aber auch Einzelne aus dem Nonprofit-Bereich, immerhin.

Was aber ist der Sinn von Nonprofit-Organisationen?

Der Sinn von gewinnorientierten Organisationen ist der Wert des Geldes, der an einen oder mehrere Investoren fließt. Dies sollte im Marktvergleich relativ lohnend sein. Der Sinn von Nonprofits ist eigentlich – werden die einzelnen Organisationen, Einrichtungen und Träger genau betrachtet – ebenso leicht zu definieren: er drückt sich durch die Satzung aus, die bei Stiftungen häufig treffend Verfassung genannt wird. Bei Stiftungen wird der eigentliche Sinn bereits bei der Gründung so sehr in Stein gemeißelt, dass eine Erweiterung oder gar Abänderung von Ziel und Zweck stets nur schwer möglich sind. Der Sinn ist also eine authentische Darstellung dessen, was Kunden, Klienten, Partner, Stakeholder etc. finanziell oder ideell unterstützen. Dies schafft aus meiner Sicht einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber gewinnorientierten Unternehmen, da diese dem Kunden gegenüber einen durch das Marketing angelegte Schein-Sinn erst konstruieren muss. Welches Unternehmen würde in seiner Werbung für sein neustes Auto darstellen, dass der Kauf dieses Produktes soundsoviel Prozent Gewinnanteile für die Investoren erbringt, oder wie hoch die tatsächliche statistisch belegte Wahrscheinlichkeit ist, diese und jene Versicherung jemals in Anspruch zu nehmen? Das Manko aber ist die Heterogenität des 3. Sektors – die einzelnen Zwecke, jeder einzelne Sinn unterscheidet sich inhaltlich stark von anderen. Es gilt also die Gemeinsamkeit in den Mittelpunkt zu stellen: die Individualität jeder einzelnen Organisation, bei absoluter Transparenz. Transparenz, die sich in der Philosophie des Web 2.0 zeigt und den Kontakt mit dem Nutzer sucht, diese untereinander vernetzt, sich allen Interessenten gegenüber als professionellen Partner darstellt und deutlich erkennbaren Mehrwert bietet.

Ich denke, wir im Nonprofit-Bereich sollten stärker analysieren, wie Wirtschaftsunternehmen ihre Web 2.0-Strategien entwickeln, um selbst auf diesem Gebiet erfolgreich zu sein. Eine grundsätzliche Bereitschaft zur Transparenz muss ebenso vorhanden sein wie die Absicht, Kunden, Klienten und sonstigen Zielgruppen eine moderne Möglichkeit der Beteiligung an verschiedenen Organisationsprozessen zu bieten. Dann mag es auch gelingen, die Möglichkeiten, die technisch gegeben sind, zum Vorteil der Organisation sowie im Sinne des Zwecks zu nutzen.

Mich würden aber auch andere Meinungen zu dem Thema oder Erfahrungen mit bzw. Stand der Web 2.0-Strategien in NPOs im deutschsprachigen Raum interessieren…

Diese Runde der NPO-Blogparade läuft bis zum 8 Mai. Wenn Du nicht weißt, was eine Blogparade ist und wie sie funktioniert, wirf bitte einen Blick auf diesen Beitrag im Blog zur NPO-Blogparade, in dem wir die wichtigsten Informationen zusammengefasst haben. Falls etwas unklar bleiben sollte, einfach per Kommentar fragen. Viel Spaß beim Schreiben und Lesen der Beiträge!

April 16, 2009 Verfasst von bresgun | NPO, Web 2.0 | , , , , , , | 24 Kommentare

Foswiki veröffentlicht – Wikis für Unternehmen und Netzwerke

Am 9. Januar ist Foswiki veröffentlicht worden. Foswiki geht aus dem bisherigen TWiki hervor, als Resultat aus einem Streit um die kommerzielle Nutzung von TWiki zwischen TWiki-Gründer Peter Thoeny und der TWiki-Community. Als Thoney die TWiki Community vorübergehend ausgeschlossen und allen Entwicklern den Zugang zum TWiki-Portal gesperrt hatte, entstand eine sogenannte Fork: Die Community entwickelte auf Basis des bestehenden TWiki die Software weiter, die nun als Foswiki in der Version 1.0 veröffentlicht wurde.

Momentan bin ich dabei, mich in die Administration von Foswiki einzuarbeiten, da ich die Software als Intranet und Wissensdatenbank für geschlossene Netzwerke im Bildungsbereich nutzen werde. Und hier liegt die Stärke von Foswiki wie beim bisherigen TWiki: Umfangreiche Nutzerverwaltung mit ausgefeiltem Rechtesystem, zahlreiche Plugins für verschiedene Einsatzmöglichkeiten in Intranets sind standardmäßig enthalten (z.B. Kalender-, Workflow-, Table-Plugin) und eine aktive Community entwickelt fleißig weiter. Zudem können beliebig viele Webs auf der Grundlage eines einmal installierten Wikis aufgesetzt werden – jeweils für unterschiedliche Nutzergruppen. Weitere Informationen zu Foswiki/TWiki im Unterschied zu MediaWiki finden sich auf dem Blog von Seibert Media, mit denen ich die Implementierung der Netzwerk-Intranets angehe.

Ich bin sehr gespannt, wie die Wikis in den verschiedenen Netzwerken von den Nutzern angenommen werden. Es ist jedenfalls ein großer Schritt in Richtung Einbindung von Nutzern in die Wertschöpfung und die gemeinsame Gestaltung von Inhalten und Prozessen.

Januar 12, 2009 Verfasst von bresgun | Kundenbeziehungsmanagement, Soziale Netzwerke, Web 2.0 | , , , , | 3 Kommentare