Chief Social Media Officers – Die Jobzukunft im Web 2.0?

Was in den USA als Trend zu entstehen scheint, könnte auch hierzulande Schule machen: Eine zentrale Stelle als Voll- oder Teilzeitjob in Unternehmen, die sich um alle Belange des sozialen Netzwerkens kümmert. Andrew Finkle sieht es als notwendig an, sämtliche Aktivitäten auf dieser Ebene in einem Unternehmen zu bündeln und schlägt dafür die Stellenbezeichnung des CSMO vor.

Das ist aus meiner Sicht natürlich nicht zu generalisieren. Ganz besonders im NPO-Bereich, wo die Gelder dünn und das Marketingverständnis noch nicht allzu ausgeprägt sind (zumindest was das neue Marketing angeht), wird es auf absehbare Zeit kaum Entwicklungen in diese Richtung geben. Eher werden sich einzelne Mitarbeiter, die auf dem Gebiet des Web 2.0 aktiv sind, berufen fühlen, hier vorzupreschen und vereinzelt Aktivitäten entwickeln, wenn das Thema nicht von meinungsbildenden, beispielhaften Organisationen vorangetrieben wird. Während es in den USA rapide Entwicklungen in diesem Bereich gibt, Stellen zu schaffen, sehe ich das hier nicht. Jeremiah Owyang aktualisiert seine Liste über fest angestellte Community Managers regelmäßig, mittlerweile umfasst diese über 60 Personen. Eine ähnliche Liste kenne ich sonst eigentlich nicht.

Mit der Stellendiskussion geht eine Einsicht einher: Wie überzeugt bin ich von dem Wert von Web 2.0-Aktivitäten – oder eine viel früher zu beantwortende Frage: Wie bereit bin ich, mich auf Diskussion einzulassen? In der Blogosphäre eine Frage, die vor drei, vier Jahren bereits antiquiert gewirkt hätte – in der Unternehmenswirklichkeit heute aber zumeist unbeantwortet geblieben ist. Vor allem Im Nonprofit-Bereich. Umso löblicher der Ansatz von Brigitte Reiser, die die positiven Funktionen von Blogs für NPOs bewirbt und feststellt, dass Nonprofits eigentlich keine Netzwerker, sondern bislang noch Prozedualisten sind – und sich eher um die Einhaltung eigener Standards als um den Austausch von Erfahrungen und Wissen sorgen. Allerdings sehe ich die fehlenden Ressourcen hier nicht als das Hauptproblem an, das es vor einer Einstellungsveränderung zu verbessern gilt. Das Hauptproblem ist das fehlende Bewusstsein für Flexibilität, für Offenheit und für Veränderung. Dies wird sich dort ändern, wo es einen starken Wettbewerb (auch unter NPOs) gibt und wo erste Marktteilnehmer den Wettbewerbsvorteil von Einbeziehung der Partner und Kunden in den Innovations- und Produktionsprozess erkennen und nutzen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Community Management, NPO, Soziale Netzwerke, Web 2.0 abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s