Google wird mit Google+ endlich Netzwerk!

Zu Facebook! Zu Facebook?

Zu Google+? Zu Google+!

Noch ein Hype-Artikel zu Google+? Na klar!

Meine Motivation, nebenbei über Social Media Entwicklungen zu bloggen, hat seit über einem Jahr nicht nur merklich nachgelassen, sie ist – nun ja: versiegt.

Doch jetzt bin ich von einem neuen Fieber erfasst: Google wird endlich Netzwerk.

Nicht, dass ich Google unkritisch sehe, ganz und gar nicht. Aber eines hat Google+ gegenüber Facebook voraus:  ich kann mit den Anwendungen mit anderen Menschen online zusammenarbeiten. Ich versuche seit mehr als zwei Jahren herauszufinden, wie ich über Facebook Projektarbeit online umsetzen kann, stoße jedoch bei den geringsten Anforderungen an seine Grenzen. Es können gemeinsame Dokumente nur rudimentär erstellt werden, Tools für Projektpläne wurden nie ernsthaft entwickelt, es gibt keinerlei Office-Implementierung.

Anders Google: es besteht nicht nur eine vollständige Office-Suite in der so genannten „Cloud“, also online, zur Verfügung. Die einzelnen Elemente innerhalb von Google Docs (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation etc.) lassen sich nach Belieben miteinander verbinden, es bestehen Import- und Exportfunktionen sowohl zu Microsoft Office als auch zu Open Office und es gibt darüber hinaus einige Extras wie das Erstellen von beliebig vielen miteinander verschachtelbaren Wikis über Google Sites. Von der Möglichkeit der Einbindung weiterer Elemente wie Google Maps, YouTube und der Fotoverwaltung Picasa (das über Google+ nunmehr unbegrenzt Speicherplatz für Fotos anbietet) ganz zu schweigen.

Und mit Google+ wird das alles nun mit den bestehenden Kontakten verknüpft. Die Entwicklung ist noch in der Startphase, aber Google wäre nicht Google, wenn die ganzen Anwendungen nicht demnächst miteinander vernetzt würden.

Was bietet dagegen Facebook? Kommunikation.

Facebook ist Kommunikation und hat sich damit angeschickt, das Internet zu revolutionieren, nein – zu dominieren. Facebook hat es geschafft, dass es den Raum entwickelt hat, in dem über die relevanten Entwicklungen und Themen der Alltagswelt kommuniziert wird. Auf Facebook entstehen Bewertungen. Facebook ist der Mainstream. Wer nicht auf Facebook präsent ist, kann sich sicher sein, dass er in der Online-Welt, die nicht mehr von der Offline-Welt zu trennen ist, keine allzu große Rolle spielt. Über Facebook erreiche ich „die Menschen“. Über die Qualität der Kommunikation sagt das aber noch nichts aus. Das kann jeder nachvollziehen, der noch nicht die Farmville-Statusmeldungen blockiert hat, oder der sich wundert, dass seine politisch wertvolle Meldung in seinem Freundeskreis nicht annähernd so viele „gefällt mir“ bekommt wie das Foto eines Bekannten – nur weil der darauf einen komischen Hut trägt.

Facebook bedeutet Kommunikation und Vernetzung. Nicht mehr und nicht weniger.

Dazu passt die aktuelle Weiterentwicklung mit der Einbindung des Video-Chat per Skype, was auf Spiegel Online bereits als Schnatterdienst abgetan wird. Dass die Video-Chat-Funktion keine wirkliche Innovation darstellt, sondern eine Lücke schließt, die andere (z.B. Google Mail) schon seit längerem anbieten, ist eine richtige Anmerkung – auch, dass Facebook damit nicht einmal Gruppen-Videochats, wie sie für online-Meetings essentiell sind, zur Verfügung stellt. Das hingegen hat Google+ bereits integriert.

Wunsch und Wirklichkeit

Ich freue mich über Google+, weil damit hoffentlich Wirklichkeit wird, was ich mir schon seit langem wünsche: dass noch viel mehr Personen aus meinen Netzwerken die Google-Anwendungen nutzen werden, weil sie Mitglieder von Google+ werden.

Meine bislang gescheiterten Bemühungen, aus den Facebook-Anwendungen etwas Sinnvolles für online-Projektarbeit zu nutzen rühren von meinen ebenso bislang gescheiterten Bemühungen, die Google-Anwendungen zu bewerben. Sich bei Google zu registrieren, um gemeinsam Dokumente zu erstellen und Ideen weiterzuentwickeln, schien für Viele unattraktiv zu sein. Die Anwendungen wurden von der breiten Masse leider nicht genügend wahrgenommen und der Zugang wurde dadurch womöglich erschwert.

Das wird sich nun hoffentlich ändern – denn Google+ ist nach meinen ersten Eindrücken einfach zu bedienen und hat mit den „Circles“ die Verwaltung der eigenen Kontakte in das Zentrum der Bedienung gerückt, was mich sofort begeistert hat. Denn nicht alle meine „Freunde“ auf Facebook sind meine Freunde. Und nicht alles, was ich mitteile, sollen nicht alle „Freunde“ lesen können. Aber ich möchte zugleich keine Vernetzung missen. Und ich möchte schnell entscheiden können, mit wem ich was teile. Das ist von nun an möglich.

Weitere erste Eindrücke zu Google+ hat auch Christian Henner-Fehr auf seinem Kulturmanagement-Blog veröffentlicht. Auf besser2.0 weist Johannes Egenolf ebenso auf die Bedeutung von Google+ als Zusammenarbeits-Netzwerk hin. Und auf Google+ wird natürlich derzeit alles ausprobiert und diskutiert…

Ich freue mich!

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