Die Scheinheiligen – Studie zur Hilfe aus „falschen“ Motiven

Über einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung bin ich heute morgen gestolpert: unter dem Titel „Die Scheinheiligen“ wird über eine Studie der Yale University über die Bewertung von Engagement berichtet. Demnach löst Engagement, das nicht als rein selbstloser Akt wahrgenommen wird, bei den Probanden Unbehagen bis Empörung aus. Kampagnen von Unternehmen, die gutes tun und dabei selbst Geld verdienen, könnten riskant sein – wie z.B. das Regenwaldprojekt der Krombacher Brauerei. „Wer eine gute Tat vollbringt und gleichzeitig selbst davon profitiert, steht manchmal ziemlich schlecht da“, so das Fazit des Artikels, der sogar noch weiter geht: „Vor die Wahl gestellt, befürworteten viele lieber eine kleinere Spendensumme, wenn nur die Belohnung [der Initiatoren, Anm. d.V.] geringer ausfiel.“

Damit geht der Titel der Scheinheiligkeit in die richtige Richtung. Als ob Engagement immer bedeutet, dass die Helfer selbstlos, uneigennützig und uneitel wären. Dann dürften Stiftungen mit Personen- oder Unternehmensnamen nicht mehr unterstützt werden, da sie zumindest das Image der betreffenden Person oder Unternehmens stärken. Dann dürften Jugendliche, die sich engagieren, dafür keinen Nachweis erhalten, um bei Stellenbewerbungen einen Vorteil zu erzielen. Dann wären soziale Anerkennungen, Verdienstmedallien etc. gleich ganz zu streichen… Ich würde mich freuen, wenn es gelänge zu verdeutlichen, dass persönliches Engagement und persönliche Vorteile sich nicht ausschließen müssen – ansonsten blieben wir in dem doch altertümlich anmutenden Bild von „ehrenamtlichen Engagement“ stecken, der aber nicht modernen gesellschaftlichen Entwicklungen entspricht.

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